Rund um den Container

60 Jahre Frachtcontainer

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Am 26. April 1956 fuhr ein umgebautes Öltankschiff namens Ideal-X die allerersten 58 Container von New Jersey nach Texas. Dieses erfolgreiche Experiment vom Spediteur und Reeder Malcom McLean aus North Carolina veränderte die Welt. Seine Geschichte haben wir bei der Erläuterung der Größen von ISO-Containern in kurzer Form erzählt. Aber das 60. Jubiläum seiner ersten Containerschifffahrt ist der perfekte Anlass, über die Auswirkungen von McLeans Erfindung auf die Weltwirtschaft nachzudenken.

Container: einer der Auslöser der industriellen Globalisierung


Dabei war die Idee eines Containers an sich nicht ganz neu. Ähnliche Kisten wurden in England schon seit Ende des 18. Jahrhunderts eingesetzt, um den pferdebetriebenen und den Schienentransport zu kombinieren. Auch die US-amerikanische Regierung hat im Zweiten Weltkrieg kleinere standardisierte Container für die Lieferung von Vorräten verwendet. Doch der Transport von Konsum- und Gebrauchsgütern der 1950er Jahre brauchte eine gründliche Umstrukturierung.

Der Container hat also eine einfache Problematik gelöst, die Malcom McLean – der unbesungene Held des Warentransports – erkannt hat. Frachtkosten und so auch die Warenpreise ließen sich senken, indem man an jedem Industriehafen die Zeit und das Personal, die für die Warenumladung vom Schiff zum Lkw oder Zugnötig waren, reduzierte. Die Lösung: dass Exporteure die Ware in einen (großen) Behälter laden und diese erst an deren Endbestimmung ausgeladen werden. Zu diesem Zweck sollten McLeans Behälter allerdings eine schnelle Umladung ermöglichen und Sicherheit auf langen Seereisen bieten.

 

Zeit logistischer Veränderung und technischer Fortschritt


Der Container veränderte auf diese Weise Transportketten weltweit und setzte sich in den zehn bis fünfzehn Jahren nach der ersten Containerschifffahrt durch. So legte zum ersten Mal auf deutschem Boden ein Containerschiff im Mai 1966 an. Doch die amerikanischen Containergrößen konnten nicht ohne Probleme in die europäischen Straßenverhältnisse übertragen werden und es wurde klar: Eine einheitliche Containergröße musste her. 1968 konnte man sich nach langen Verhandlungen zwischen nordamerikanischen und europäischen Normen einigen und der ISO-Container wurde eingeführt.Containerterminal_Hamburg

Die Globalisierung war in vollem Gange und Städte wie zum Beispiel Hamburg setzten Millionen auf die neuen Umschlagtechniken und den Bau der ersten Containerterminals. Ende der 1960er wurde die erste Containerbrücke im Hamburger Hafen am Burchardkai aufgestellt. Später kamen das Containerterminal Tollerort, das von Eurogate betriebene CTH (Container Terminal Hamburg) und das Terminal Altenwerder dazu. Indirekt trug die Containerisierung also auch dazu bei, dass sich Hamburg, wie viele andere Hafenstädte, zum Welthafen entwickelte und einer der sogenannten „Sieger der Globalisierung“ wurde.

Containerisierung: Kein Ende in Sicht


Die großen Investitionen in die Entwicklung des Containertransports haben sich gelohnt. Denn die Stahlkiste hat offensichtlich die Weltwirtschaft verändert. Vor der Containerisierung des Güterverkehrs gehörte es nicht zum Alltag, Argentinische Steaks im deutschen Supermarkt zu finden; gar undenkbar Kaufhäuser weltweit mit denselben in Indien produzierten Kleidern oder schwedischen Selbstaufbaumöbeln zu füllen. Die Einführung des Containers in die Logistik hat unmittelbar zum globalisierten Handel geführt, wie wir ihn heute kennen.

Und der Containerverkehr wächst immer noch konstant. Zusammen mit dem rasanten technologischen Fortschritt heutzutage kommen bestimmt noch viele praktische Weiterentwicklungen für die Logistik und natürlich für den Container: Zum Beispiel elektronische Identifikations- und Verfolgungsmöglichkeiten, wie das RFID.