Rund um den Container

AUCH DAS PASST IN DIE BOX

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ConTraiLo 08.2016

Auf den ersten Blick sehen sie aus, wie ganz normale Container: 48 weiße „Stahlboxen“, die auf ihren Versand warten. Dahinter steckt jedoch ein echter Kosten-Killer.

Container bringen mit ihren Standardmaßen und den darauf aufgebauten, weltweiten Transportketten zahlreiche Handhabungs-, Zeit- und Kosten-vorteile mit sich. Aber nicht jedes Gut lässt sich in einen Container packen. Das gilt besonders für den deutschen Exportschlager Maschinen und Anlagen. Hier schlagen oftmals neben den teuren (maßgeschneiderten) Spezialverpackungen die kostenintensiven Verschiffungen als Breakbulk-Ladung zu Buche.  Die  Bloedorn Container GmbH zeigt, dass es auch anders geht.

Prototypen. Um von weltweiten Containerketten profitieren zu können,  sind die Einhaltung der Containerstandardmaße, die Zulassung für die internationalen Transporte und eine uneingeschränkte Stapelbarkeit entscheidend. Dies lässt sich auch für Maschinen und Anlagen erreichen, wie die Firma Bloedorn z.B. mit den abgebildeten weißen Containern zeigt. Denn wer genau hinsieht, erkennt, dass diese Container verschiedene Öffnungen haben, die es bei Standardcontainern nicht gibt. Es handelt sich nämlich um von Bloedorn Container umgebaute Container des Prototyps „box“, in die Kunden dann beispielsweise Trafos, Ventilatoren, Schaltschränke und mehr einbauen können. Natürlich müssen die Maschinen und Anlagen dabei so konzipiert sein, dass die vorgegebenen Containerabmessungen und -gewichte eingehalten werden. In diesem Fall werden die Container als Umspannanlagen für Photovoltaikanlagen nach Asien exportiert.

Mit CSC-Zulassung. Mit dem Umbau der Container allein ist es allerdings nicht getan, denn sobald etwas am Container verändert wird, verliert er seine Zulassung für den Einsatz im Seeverkehr. Dazu reicht bereits ein Loch, das größer als 4 cm ist, wie die Bloedorn Container GmbH erklärt. Ein veränderter Container kann daher normalerweise höchstens auf einem Flatrack im Containerverkehr reisen – immer noch günstiger als Breakbulk, aber durch die Übermaße und vorgegebene Platzierung an Bord eben doch deutlich teurer als bei Standardcontainermaßen. Die Bloedorn Container GmbH hat es aber geschafft, für seine umgebauten Container  eine neue CSC-Zulassung zu erhalten. Da sie als uneingeschränkt stapelbar zugelassensind, können sie an Bord beliebig platziert werden und können so leichter von Reedereien in den Stauplan integriert werden.

Getestet. Damit die umgebauten Container die CSC-Plakette erhalten, müssen sie bestimmte Vorgaben und Tests erfüllen. Hierzu gehört z. B. ein Belastungstest. Bei einem umgebauten 20'-Container des Prototyps „high cube“ hieß dies Anfang September beispielsweise, dass ein Prüfingenieur einer Klassifizierungsgesellschaft den Container auf dem Bloedorn-Gelände mit 20 t Ballast beladenund von einem Kran anheben ließ. Auchdieser Container erhielt die entscheidende CSC-Plakette. Beim Kunden wird er nun mit Trafo und Schaltschränken ausgerüstet und ist nach Südamerika verkauft.

Rechenbeispiel. Auch die 48 weißen Container auf dem Foto sind fast für den Versand bereit. Nachdem sie beim Kunden ausgebaut wurden, müssen hier vor der Verschiffung nur noch die CSC-Plaketten montiert, Aufkleber mit neuem Prefix angebracht und die Aluwetterschutzgitter seefest abgedichtet werden. Dann reisen sie in einer globalen Containertransportkette Richtung Asien. Geschäftsführer Matthias Weber von der Bloedorn Container GmbH rechnet vor, was dies mit Blick auf die Transportkosten bedeutet: Würde eine entsprechende Trafostation ohne Container versandt, kostet allein die (maßgeschneiderte) Seeverpackung leicht über 2000 Euro. Hinzu kommt der aufwendige Vorlauf zum Hafen und Seetransport als Breakbulk-Ladung. Als Container lässt sich der Transport der Trafostation ab Dortmund bis FAS-Zielhafen Asien für unter 1500 Euro realisieren.