Presse, Kreative Verwendung

Container als Opernkulisse

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ConTraiLo 05-2016

Das Kap der Guten Hoffnung zu umfahren, ist mit einem modernen Containerschiff kein Problem. Dem sagenumwobenen Kapitän Bernhard Fokke gelang das zur großen Zeit der Segelschiffe nicht. Er verfluchte nach seinem Scheitern die Kräfte der Natur und muss seitdem, so die Sage, mit seinem Geisterschiff auf den Weltmeeren kreuzen. Richard Wagner hat diesen Stoff in der Oper der Fliegende Holländer verarbeitet. Die macht seit ihrer Uraufführung im Jahr 1843 immer wieder an den großen Opernhäusern rund um den Globus fest. Aber nicht nur dort. Der Fliegende Holländer kam jetzt auch in Bottrop auf die Open-Air-Bühne. Hauptdarsteller waren neben dem Opernensemble selbst ebenso 56 Seecontainer, die der Dortmunder Containerspezialist Bloedorn Container zur Verfügung gestellt hat. Für das Team um Bloedorn-Geschäftsführer Mathias Weber kein alltäglicher Auftrag. „Die Vorplanungen für das Theaterprojekt begannen Anfang des Jahres 2015“, so Weber gegenüber ConTraiLo. Eine Herausforderung war vor allem der Spielort, zu dem die Container angeliefert und aufgestellt werden mussten. Die Aufführungen fanden auf der 165 m hohen Halde Haniel statt. Der Weg zum Spielort führte für die Lkw über Serpentinen. Aufgrund der hohen Punktlasten musste der Spielort selbst zusätzlich befestigt werden. Zudem hatte der Regisseur klare Vorstellungen von den Containern: Sie sollten die Patina langjährigen Gebrauchs mitbringen, um so das Geisterschiff,den Fliegenden Holländer, zu symbolisieren. Zugleich sollten die Container, die in bis zu vier Lagen mithilfe eines Mobilkrans aufgestellt wurden, für einen maritimen Hintergrund sorgen. Wagner mit seinem Hang zur Dramatik wäre angesichts dieses Bühnenbildes sicher begeistert gewesen. Die Zuschauer und der Veranstalter, das Kulturamt der Stadt Bottrop, waren es auch. Nicht nur mit der Aufführung selbst, sondern auch mit der zuverlässigen und gelungenen Arbeit von Bloedorn Container.