Containerwand

Bombenentschärfung in Dortmund - Bloedorn errichtet Schutzwände aus Seecontainern

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Eine der größten Evakuierungen deutschlandweit, gleich mehrere Bombenfunde in der Innenstadt -  und unsere Containerwände mittendrin. Um die Ausbreitung einer Druckwelle im Sprengungsfall aufhalten zu können, errichtete Bloedorn Container nach Vorgaben der Feuerwehr sechs Containerwände für die Bombenentschärfung.

Sechs Containerwände, 40 Container, 72 Tonnen Ballast in Form von Betonblöcken - innerhalb von nur einem Tag stemmte das Bloedorn-Team eine echte Mammutaufgabe. Das Heimspiel war zugleich auch Herausforderung, denn immerhin ging es um den Schutz nicht nur von zahlreichen Privathäusern, sondern auch Krankenhäusern, einem Altenheim, einer Blutbank und vielem mehr. "Denn unterschiedliche Parteien müssen ohne Übung ineinandergreifen und in einem engen Zeitfenster müssen alle Abläufe klappen. Um kurze Wege und einen schnellen Aufbau unserer Wände sicherzustellen, haben wir zum Beispiel bereits im Vorfeld Container und LKW am U-Turm postiert und arbeiten mit zwei Teams parallel“, erklärt Björn Henkel, Prokurist Bloedorn Container GmbH.

Am Ende ist alles geglückt. Der Aufbau am Samstag konnte nach gut 10 Stunden abgeschlossen werden und nachdem die Bomben am frühen Sonntagabend erfolgreich entschärft werden konnten, waren die Containerwände bereits um 21 Uhr wieder abgebaut. Mathias Weber erzählt, dass der Einsatz von Containern als Splitterschutz für Bloedorn nicht neu ist: „Bereits in Essen und Gladbeck wurden wir von Feuerwehr und Stadt beauftragt, unsere Container als Splitterschutz bei einer Bombenentschärfung einzusetzen. Mittlerweile ist dieses Szenario eine unserer Spezialisierungen geworden. Mit ca. zwei Tagen Vorlaufzeit und einigen Stunden für den Aufbau, sind wir in der Lage unsere Containerwände zu stellen.“

Hier noch einmal alle Daten und Fakten zu unserem Einsatz im Rahmen der Bombenentschärfung:

Wie viele Containerwände wurden für die Bombenentschärfung aufgebaut?

Sechs Wände aus insgesamt 40 Containern werden an folgenden Standorten aufgebaut:

  • Beurhausstraße insgesamt 8 20-Fuß-Container
    Maße: 24m lang, 5,5m hoch
  • Alexanderstraße insgesamt 8 20-Fuß-Container
    Maße: 24m lang, 5,5m hoch
  • Luisenstraße zwei Wände aus einmal 10 und einmal 4 20-Fuß-Containern, Maße Wand 1: 20m lang, 5,5m hoch
    Maße Wand 2: 9m lang, 5,5m hoch,
  • Josephstraße insgesamt 4 20-Fuß-Container
    Maße: 9m lang, 5,5m hoch
  • Johannesstraße insgesamt 6 20-Fuß-Container
    Maße: 15m lang, 5,5m hoch

Welche Masse wurde einer eventuellen Druckwelle mit den Containerwänden entgegengesetzt?

Ein Container hat ein Eigengewicht von 2 Tonnen, bei 40 Containern macht das eine Masse von 80 Tonnen aus. Zudem werden die Container in den unteren Lagen jeweils mit Betonblöcken von 3,6 Tonnen pro Container ballastiert. Insgesamt 72 Tonnen Ballast werden somit in den Wänden verbaut. Die Containerwände bringen also insgesamt ein Gewicht von über 152 Tonnen auf die Waage.

Wie wurde bestimmt, wo der Aufbau von Containerwänden nötig ist?

Zur Bestimmung der Standorte und der Ballastierung für die Containerwände gab ein Forschungsprojekt wichtige Hinweise. Denn Wissenschaftler des Ernst-Mach-Instituts der Uni Freiburg, das Berliner Unternehmen Virtualcitysystem und der Kampmittelbeseitigungsdienstes führten eine Simulation an einem dreidimensionalen Modell der Stadt durch, um herauszufinden, wie sich die Druckwelle im Falle einer Explosion ausbreiten würde. Auf dieser Grundlage hat das Lagezentrum die Standorte der Containerwände geplant.

Welche Gerätschaften und Materialien kamen noch für den Auf- und Abbau der Containerwände zum Einsatz?

Für den Auf- und Abbau sind jeweils fünf LKW im Einsatz. Bereits am Donnerstag, 9. Januar, und Freitag, 10. Januar, wurden etwa 2/3 der benötigten Container am Dortmunder U zusammen mit zwei Gabelstaplern abgestellt, um unverzüglich mit dem Aufbau beginnen zu können.  

Insgesamt vier Stapler und zwei Kräne sorgen dafür, dass an zwei Standorten parallel am Aufbau der Wand gearbeitet werden kann.

Um die letzten kleinen Lücken zu Häuserwänden abdichten zu können, verbaut die Firma Bloedorn zudem etwa 625 Sandsäcke.

Mittels Lastverteilungsplatten werden Unebenheiten am Boden nivelliert. Die Container werden untereinander mit sogenannten Twist Locks und Bridge Fittings zu einem festen Wall verbunden. Die hochfesten Verriegelungen sind im Hochseetransport gebräuchlich und verankern jeweils die Ecken der Container fest miteinander.

Welchen Personaleinsatz bedeutete der Einsatz für die Bloedorn Container GmbH?

Für Auf- sowie für den Abbau stehen je 15 Mitarbeiter bereit, die an zwei Standorten parallel arbeiten.

Damit während im Notfall auch während des Einsatzes schnell eine Lücke in den Wänden geöffnet werden kann, um z.B. Rettungswege freizumachen, stellt die Bloedorn Container GmbH am Sonntag zwei Staplerfahrer auf Bereitschaft nahe des Evakuierungskreises auf dem Gelände der EDG am Sunderweg.